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Flüchtlinge

Diese FF ist die Fortsetzung von Missverständnisse (wieder von mortel und mir geschrieben), aber sie kann durchaus alleine stehen. Lest die andere aber trotzdem!

2 Jahre sind vergangen. Aki und Jule und Lauri und Janna sind immer noch zusammen und glücklich. Mika und Timo haben die Beziehungen nach langem hin und her akzeptiert. Pauli und Eero sind mittlerweile auch vergeben. Ihre Freundinnen heißen Lara und Maike. An einem Nachmittag treffen sich Janna und Jule mal alleine. Sonst sind sie meistens bei ihren Liebsten.

„Jule ich hab ein Problem!“ sagte Janna ein wenig zerknirscht.
„Was is denn los? Etwas mit Lauri?“
„Ach Lauri is total lieb und zärtlich!“
„was ist es denn?“ fragte Jule besorgt
„wie läuft es denn mit Aki?“ versuchte Janna abzulenken, denn sie war sich nicht mehr sicher, ob sie ihr Problem ihrer besten Freundin erzählen sollte.
„mit Aki läufts super und versuch nit mich abzulenken! WAS IST LOS??!“
„Kommst du ma mit in die Apotheke?“
„Was willstn da?“
„öhhh Traubenzucker kaufen!“
„Janna…..“
„ich brauch einen Schwangerschaftstest“ murmelte Janna
„Du brauchst WAS???!“ fragte Jule geschockt.
„Du hast richtig gehört“ schniefte Janna.
„scheiße….“ Sagte Jule un nahm die heulende Janna in den Arm.
„Weiß es Lauri?“ fragte sie leise
Janna schüttelte nur mit dem Kopf
„Ich wollte sicher sein.“
„Na dann ma los!“ und die 2 gingen zur Apotheke. Janna war froh, dass ihre beste Freundin dabei war.

In der Apotheke:

„Wie kann ich ihnen denn helfen“ fragte die Verkäuferin oberfreundlich.
„ich hasse so aufgesetzte Freundlichkeit!“ dachten beide…
„Ähhh….. wir brauchen einen Schwangerschaftstest“ sagte Jule leise. Trotzdem sahen alle Anwesenden auf…
„Für ein Schulprojekt“ sprang Janna ein
„Ahh na dann welchen wollt ihr denn?“
„den normalen!“ (was auch immer das ist)
„das macht dann 13€!“
boah sooo teuer?! Fragte sich Janna und zog seufzend das Geld aus der Tasche.

Wieder zu Hause bei Jule:

„un sieht man schon was??“ fragte Jule aufgeregt
„dauert noch knappe 4min“ antwortete Janna nervös.

4min später

„SCHEIßE!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!“ brüllte Janna
„du sagst es“ kam die trockene Antwort zurück
„Wie sag ich es Lauri???“
„Sei einfach offen! Er ist ja auch schuld!“
„wir hätten einfach besser aufpassen sollen“ Jule dachte an Aki und dachte: … ich werd auch in Zukunft vorsichtiger sein
„Jooo is ja zu spät… hey Janna nicht verzweifeln!“
„Leichter gesagt als getan!“ und Janna heulte sich den ganzen Tag die Augen aus dem Kopf. Jule wusste nicht, wie sie ihre Freundin beruhigen sollte. Es war ja auch neu für sie.


Abends war Janna noch bei Lauri zu Hause. Die 2 lagen ANGEZOGEN aneinander gekuschelt in seinem Bett. Lauri sah ihre geröteten Augen und war natürlich gleich besorgt. Sie war den ganzen Abend schon still

„hey wasn los?“ fragte er sie, während er über ihren Rücken strich
„Nix wieso?“
„du hast so rote Augen“
MIST dachte sie
„Ist eine Allergie!“
„Oh du Ärmste. Auf was denn?“
„Ähhh das neue Waschmittel meiner Mutter!“
„ohhh“ und er nahm sie tröstend in dem Arm. Janna fühlte sich scheiße, weil sie ihn angelogen hatte.
„Wie geht’s eigentlich Hanna?“ fragte Janna um Lauri abzulenken, denn seine große Schwester war nach Siilinjärvi gezogen und er sah sie nur noch selten.
„Ihr geht’s gut, ich hab gestern mit ihr telefoniert und soll dich von ihr grüßen.“
„Oh das ist lieb. Wann kommt sie wieder mal nach Helsinki?“ fragte Janna weiter.
„Weiß nich, sie hat noch nix gesagt…“
Gegen halb 9 brachte Lauri Gentleman like Janna nach Hause.


Bei Jule zu Hause:

„JULE WAS IST DAS??!“ fragte Mika verblüfft er hielt den positiven Schwangerschaftstest in den Händen…
FUCK
„das ist ein Schwangerschaftstest“ sagte Jule intelligent
„DAS SEH ICH! Ich bringe Aki um!“
„HÄ wieso Aki?!“
„DU HATTEST EINEN ANDEREN??!“
„Nein der Test ist nicht von mir!“
„von wem dann?“ kam die kleinlaute Antwort zurück
„Ähh ich muss jetzt zu Aki erzähl ich dir später!“
„JULE!“
„WAS?!“
“Passt auf“
„immer doch“ kam die Antwort zurück.

Bei Aki

Jule bekam erstmal einen innigen Begrüßungskuss

„Aki ich muss mit dir reden!“ sagte Jule als sie sich gelöst hatten
„schieß los“
„nicht zwischen Tür und Angel.“
„hey was ist los?“ fragte er, als sie in seinem Zimmer waren. Jule ging nervös auf und ab… und versprach sich prompt.
„Ich bin schwanger“
„is nit wahr“ antwortete Aki perplex und fing an zu strahlen
„Nee nee Janna ist schwanger!“ sagte Jule schnell, als sie Akis Gesicht gesehen hatte.
„schade….“ Antwortete dieser „aber was nicht ist kann ja noch werden!“
Jule sah ihn geschockt an…

„Hey ich meinte das nicht so“ beschwichtigte Aki Jule, die immer noch auf und ab ging…
Aki konnte das nicht mehr mit ansehen und zog sie zu sich aufs Bett

„Also Janna is schwanger?“
„ja…“
„scheiße… weiß es Lauri schon?“
„nein… sie ist heute bei ihm“
„ohh“ Aki konnte sich vorstellen, wie Lauri reagieren würde.
„Erzähl Janna und Lauri nicht, dass du es weißt oke?“
„Ehrensache für dich würd ich alles tun!“
„Du bist so ein Schatz!“ sagte Jule un gab Aki zur Belohnung einen Kuss.

So gegen 9 Uhr bei Aki:
„Ich muss jetz heim“, sagte Jule niedergeschlagen.
„Och nööö jetzt schon?“
„ja……“ *schnief*
„schade… na ich bring dich noch heim will ja nit, dass meinem Engel was passiert!“

Bei Jule vor der Haustür:

„Ok, dann bis morgen in der Schule!“, sagte Aki und gab Jule einen Gutenachtkuss. „Schlaf schön.“
“Ja du auch“ sagte Jule und verschwand im Haus.
Hoffentlich is Mika nit da, dachte Jule. Ausnahmsweise hatte sie Glück, ihr Bruder war mit Timo weggegangen.
„JULE!“ rief ihre Mutter.
„Ja?!“ Oh scheiße! Hoffentlich weiß sie nix!!!!!!
„Janna hat angerufen, sie hat gesagt du sollst sie mal zurück rufen.“
„Ok mach ich, danke Mama“ sagte Jule und verschwand in ihrem Zimmer.

Bei Janna im Zimmer:

Meine Eltern bringen mich um! Timo wird Lauri bestimmt zusammenschlagen!!! , dachte Janna und fing wieder an zu weinen. Sie wurde durch das Läuten des Telefons unterbrochen.
„Ja?“ fragte sie betont ruhig.
„Hi! Ich bins“, kams vom anderen Ende der Leitung.
„Hi, schön, dass du so schnell zurückrufst.“
„Kein Problem. Warum wolltest du mich sprechen? Hast dus Lauri gesagt?“ fragte Jule sofort.
„Nein, noch nicht. Ich hatte Angst, außerdem wollte ich dich fragen, ob du morgen erst mal mit zum Arzt kommst.“
„Natürlich komme ich mit“ sagte Jule sofort Ich lasse sie in einer solchen Situation doch nit alleine!
„Danke!“ schniefte Janna wieder.
„Hey, nich weinen! Wir schaffen das schon“ versuchte Jule sie aufzumuntern
„Vielleicht war es ja nur falscher Alarm!“ versuchte Janna sich selbst zu beruhigen
„Ja, vielleicht“ stimmte Jule zu.
„Ich glaub ich geh jetzt schlafen. Bis morgen!“ verabschiedete sich Janna.
„Ja, bis morgen. Kopf hoch und schlaf gut!“
„Ja du au. Und nochma: DANKE!“ sagte Janna und legte auf.



Am nächsten morgen vor der Schule:
„Hi! Wie geht’s dir heute Morgen?“ fragte Jule sofort als sie aus dem Haus waren.
„Nicht so gut, mir ist ein bisschen schlecht. Kann aber dadran liegen, dass ich noch nix gegessen hab.“ Ich glaubs zwar nit, aber egal… dachte Janna
„Wann ist denn der Termin?“
„Um 4, also direkt nach der Schule, damit es nit so auffällt, dass ich noch nit zu Hause bin…“
„Ah, gut.“
Sie gingen schweigend weiter bis zur Schule.
„Oh sieh mal: das sind Lauri und Aki!“ sagte Jule.
„Hm…ich sehs“, meinte Janna nur.
„Guten morgen Schatz!“ begrüßte Lauri sofort Janna.
„Morgen“ sagte sie und gab ihm einen kurzen Begrüßungskuss
„Na, gut geschlafen Jule?“ fragte Aki und küsste sie auf den Mund
„Jap, wie ein Baby!“ grinste diese.
Aki und Janna entgleisten die Gesichtszüge.
„Sorry!“ flüsterte Jule zu Janna.
„Schon ok“, flüsterte diese zurück.
„Mir ist kalt, wollen wir reingehn?“ fragte sie an die andern gewandt.
Diese nickten und gingen rein.

In der Schule:

„Wo sind eigentlich Pauli, Eero, Mika und Timo?“ fragte Lauri.
„Ich schätze Pauli und Eero sin bei ihren Freundinnen und Mika und Timo sind aufm Klo“ antwortete Jule.
„Aufs Klo muss ich au ma, kommst du mit?“ fragte Janna Jule.
„Ja moment“ antwortete sie und verabschiedete sich schnell von Aki.
„Bis zur Pause! Und halt dich mit deinen Kommentaren zurück!“ flüsterte sie in sein Ohr.
„Ok bis dann!“ sagte Aki, drückte ihr einen Kuss auf die Wange und verschwand in seiner Klasse.
„Janna is dir nicht gut? Du siehst so blass aus“ sagte Lauri besorgt.
„Nein mir geht’s gut! Hab nur nicht gefrühstückt…“ antwortete Janna.
„Achso, na ja dann bis zur Pause!“ sagte Lauri, gab Janna noch schnell einen Kuss und ging hinter Aki her.

„Willst du dich jetzt wieder aufm Klo vor Lauri verstecken?“ fragte Jule.
„Nein, mir ist schlecht, ich glaub ich muss kotzen“, sagte Janna und rannte los.
SCHEISSE!!! , dachte Jule und rannte hinter ihr her.
„Hey Janna! Mach die Tür auf!“ rief Jule. Neben ihr machte es Klick und die Klotür ging auf.
„Geht’s dir wieder besser?“ fragte Jule besorgt.
Janna nickte „Ein bisschen. Hast du ein Kaugummi? Ich will nit unbedingt noch Kotze riechend in die Klasse kommen“ sagte Janna schief grinsend.
„Klar hab ich welche, kennst mich doch: ich hab immer welche dabei, ich bin Kaugummi süchtig …“ grinste Jule um die Situation zu entschärfen.
„Ok komm, lass uns in die Klasse gehen“ sagte Janna Kaugummi mampfend.

In der Klasse von den Jungs:

„Weißt du, was mit Janna los is? Sie ist so komisch seit gestern“ fragte Lauri Aki.
„Nö…woher sollte ich was wissen?“ meinte Aki. Scheiße! Hoffentlich verplappere ich mich nit!! , dachte er.
„Hm…weil du mit ihrer besten Freundin zusammen bist?“
„Ok, Pluspunkt für dich. Aber ich weiß trotzdem nicht, was mit ihr los is.“
„Ok…schade. Hey Leute wie geht’s?“ fragte Lauri fröhlich als er Pauli, Eero, Mika und Timo in die Klasse kommen sah.
„Gut!“ sagten alle einstimmig.
„Setzen sie sich“ sagte Herr Vesterinen als er die Klasse betrat. Das Volksgemurmel hörte schlagartig auf.
Ich hätte nie gedacht, dass ich das ma sagen würde, aber zum Glück is der endlich da!!! , dachte Aki.
Man was is mit Janna los? Hab ich was falsch gemacht? , fragte sich Lauri.
Wem gehörte der Schwangerschaftstest gestern? Jule, Janna? Nein den beiden doch nit. Meiner Mutter?! Ja das wäre möglich. Oder????? Überlegte Mika.

In der Pause:
„Jungs geht schon mal vor, wir holen nur Janna und Jule ab“ sagte Lauri zu den andern.
„ok trödelt aber nicht so lange, wir brauchen schließlich die Zeit zum üben. Der nächste Auftritt kommt!“ sagte Eero.
„Jaaaaaaaa…Mama“ sagten Aki und Lauri im Chor und fingen an zu lachen.
„Tz…“machte Eero nur noch und ging mit seiner Freundin Maike im Arm weg
„Oh man, wann werden die endlich rausgelassen?“ fragte Lauri ungeduldig.
„Weiß nich… Hey Lauri hab ma ne Frage an dich: Was würdest du machen, wenn eine unserer Freundinnen schwanger wäre?“ fragte Aki so beiläufig wie nur möglich.
„Weiß nich, kommt drauf an, wann und so… Wieso fragst du?“
„Ach nur so, is mir grade so eingefallen…Hey da kommen die Mädels“ lenkte Aki ab.
„Da seit ihr ja endlich!“ sagte Lauri glücklich.
„Ja, sorry wir mussten noch was fragen…“ sagte Janna und nahm die Hand von Lauri.
„kommst du heute mit zu mir Jule?“ fragte Aki.
„Nee, kann nicht, hab schon was mit Janna vor“ antwortete Jule und guckte Aki bedeutungsvoll an.

„Lauri?“ fragte Janna
„Ja, was is denn Kleines?“ grinste er.
„Hast du Geld mit? Ich hab hab hunger.“
„Du isst doch sonst nix in der Schule…“ meinte Lauri verwundert
„Ja, ich weiß, aber heute hab ich irgendwie lust auf den Kantinenfraß.“ Grinste Janna.
„Ürgh…bist du eklig!“ warf Aki ein.
„Du auch!“ grinste Janna Aki an.
„Ok, dann komm mit, ich hol dir was von dem ekligen Zeug“ sagte Lauri und zog Janna mit sich.
“Ihr könnt schon mal vorgehen!“ rief er den andern beiden zu.

„ok, also wo wollt ihr heute Nachmittag hin?“ fragte Aki neugierig.
„Zum Arzt, was dachtest du denn? Babykamotten kaufen?“ fragte Jule zurück.
„Man weiß ja nie… Wenn Babys in der nähe sin rastet ihr Mädchen doch immer aus.“ Neckte Aki sie.
„Ach halt deine Klappe“ sagte Jule und zog Aki in den Musikraum, wo die anderen schon warteten.
„Wo sind Lauri und Janna?“ fragte Pauli sofort „Knutschen die wieder in irgendeiner Ecke rum?“
„Nee, Lauri holt Janna was zu essen.“ Sagte Jule.
„Achso.“

Bei Lauri und Janna:
„Also was willst du?“ fragte Lauri Janna.
„Ähm… ein Sandwich, aber ohne Fleisch.“
„Ich weiß, dass du kein Fleisch isst, also ein Käsesandwich.“
„Jap. Hoffentlich sin die Dinger heute ma Genießbar“, grinste Janna.
„Werden wir ja sehn“ grinste Lauri zurück.
Lauri bestellte und sie gingen zum Musikraum.

Im Musikraum:
Jule, Janna, Maike und Lara hörten ihren Jungs gebannt zu. Sie probten grade ein neues Lied, das Lauri letzte Woche geschrieben hatte und das sie auf der nächsten Schulveranstaltung spielen wollten.
Der Wecker klingelte und die 8 verkrümelten sich in ihre Klassen.

Nach der Schule:
Jule und Janna waren auf dem Weg zu Jannas Arzt.
„Ich hab Schiss!“ sagte Janna leise.
„Brauchste nit! Ich bin doch bei dir und lasse dich auch nit alleine“ versprach Jule.

Bei dem Arzt angekommen setzten sich die 2 erst mal ins Wartezimmer.
„Ich muss hier raus! Ich will nit hier bleiben!“ jammerte Janna.
„Du bleibst hier sitzen und gehst erst nachdem du untersucht wurdest!“ sagte Jule bestimmt.
„Aber…“
„Janna? Sie können jetzt reinkommen“ unterbrach sie die Sprechstundenhilfe.
Janna nahm Jules Hand und zog sie mit sich.

„Oh hallo Janna! Wie geht es ihnen?“ fragte der Arzt freundlich und reichte Janna die Hand.
„Hallo. Mir geht es ganz gut, nur…ähm…nun ja…“ stotterte Janna.
„Ja?“
„Sie möchte einen Schwangerschaftstest machen“ sagte Jule, da sie sah, dass Janna es nicht fertig brachte es dem Arzt zu sagen.
„Oh, na gut… dann kommen sie mit.“ Sagte der Arzt.
Janna ging gefolgt von Jule mit.
„Ich werde ihnen jetzt etwas Blut abnehmen. Vorsicht gleich piekst es ein wenig.“
Nimm die Spritze da weg! Ich hasse Spritzen! , dachte Janna panisch.
„So das wars schon.“
„Hm?“ fragte Janna verwundert „Oh, so schlimm war es ja gar nicht. Wann bekommen sie die Testergebnisse?“ fragte Janna sofort.
„Wenn sie Glück haben schon übermorgen.“ Meinte der Arzt freundlich.
„Gut, soll ich vorbei kommen oder rufen sie mich an?“
„Sie kommen am besten vorbei.“
„Gut danke. Auf wieder sehen!“ sagte Janna.
„Ja, auf wieder sehen“, sagte auch der Arzt.


Auf dem Heimweg:

„Was mach ich bloß, wenn der Test auch positiv ist?“ fragte Janna Jule.
„Erst mal musst du mit Lauri reden. Dann sehen wir weiter!“ sagte Jule.
„Ja mit Lauri muss ich wirklich reden, aber erst wenn die Ergebnisse das sind“ sagte Janna als ihr Handy piepte. „Huch… Ah eine SMS von Lauri: ‚Vermisse dich, kommst du heute Abend vorbei oder soll ich zu dir kommen? Hab dich lieb, Lauri.’ Süß“ grinste Janna.
„Ja wirklich“ meinte Jule lachend.

Bei Lauri zu Hause:

Lauri schrieb grade an einem neuen Song, als ihm die Idee kam, er könne sich ja mit Janna treffen. Also schrieb er ihr eine SMS. Höchstens 2 min später kam die Antwort: ‚Vermisse dich auch, kannst heute Abend zu mir kommen. Hast ja den Schlüssel, falls ich noch nit da bin. Hab dich auch lieb, Janna.’
Lauri grinste breit, jetzt konnte er noch besser an dem Song arbeiten.

Bei Janna und Jule:
„Ach was ich dir noch sagen wollte: Mika hat den Schwangerschaftstest gefunden. Ich weiß nit, was ich ihm sagen soll, von wem er is“ sagte Jule auf einmal.
„Oh scheiße! Meinst du er ahnt was?“
„Na ja, er wollte Aki schon zusammenschlagen“ versuchte Jule Janna abzulenken.
„Das ist nicht witzig!“ maulte Janna rum.
„Oh doch irgendwie schon“ lachte Jule
„OK hast recht!“ lachte Janna jetzt gezwungen mit.

„Oh wir sind ja schon bei dir, soll ich noch mit reinkommen?“ fragte Jule.
„Nee, Lauri kommt doch gleich… brauchst nit auf mich aufpassen!“ sagte Janna.
„Ok dann bis morgen!“ sagte Jule und umarmte Janna nochma.
„Oh, womit hab ich denn das verdient?“ grinste Janna.
„Nur so… soll dir glück bringen“ meinte Jule.
„Na dann… Bis morgen!“ sagte Janna und ging rein.


Eine Woche später:

Scheiße! Wie soll ich das Lauri nur beibringen?! Und meiner Familie??? Fragte sich Janna jetzt bestimmt schon zum 100. Mal. Sie kam gerade vom Arzt, der ihr die „freudige“ Botschaft überbracht hat. In ca. 8 Monate würden sie und Lauri ein Kind haben. Verdammt! Ich bin doch erst 17! Ich muss sofort zu Jule! , dachte sie nur noch und lief los.

Bei Jule angekommen klingelte sie Sturm, da sie wusste, dass Jule allein zu Hause war und sie sonst nicht hören würde.
Wütend wurde die Tür aufgerissen.
„WAS ZUM…“ wollte Jule auffahren, ehe sie in das Gesicht ihrer Freundin blickte.
„Janna, was ist denn?“
„Ich war eben beim Arzt…“ schluchzte Janna leise.
„Oh… dann war das Testergebnis doch nicht falsch?“ fragte Jule.
Janna schüttelte mit dem Kopf und fing an zu heulen, wie ein Schlosshund.
„Hey… komm schon… komm mit rein…“ sagte Jule hilflos.
Von drinnen kam die Stimme von Aki: „Wer war es denn?“
Als er Janna sah, wusste er was los war.
„Positiv?“ fragte er nur. Jule nickte.
„Du hast es ihm gesagt?“ fragte Janna entsetzt.
„Ja ich musste mit jemandem reden“ sagte Jule entschuldigend.
„Is schon ok, Hauptsache er hat es Lauri noch nit gesagt und auch sonst keinem anderen.“
„Hab ich nicht, ich hab mich nur mit Jule darüber unterhalten“ sagte Aki schnell.
„Soll ich lieber gehen?“ fragte er vorsichtig.
„Nein bleib, bitte. Ich brauche deine Hilfe, du kennst Lauri länger als ich“ Janna sah ihn flehend an. „Ich weiß nit, wie ich’s ihm sagen soll…“ Janna schluchzte wieder laut auf.
„Also an und für sich hat Lauri ja nix gegen Kinder. Aber ich weiß wirklich nit, wie er reagieren wird. Tut mir echt leid!“ sagte Aki.
„Ok, nit schlimm. Muss ich halt alleine durch!“ Janna versuchte zu lächeln.
„Hey, was immer auch passiert. Du hast immer noch mich!“ sagte Jule aufmunternd.
„Auf mich kannst du auch zählen!“ sagte Aki sofort.
„Danke!“ Janna lächelte wieder ein bisschen. „Ich glaub ich sollte mich jetzt auf den Heimweg machen.“
„Äh… willst du nit warten bis deine Augen wieder einigermaßen normal aussehen?“ fragte Jule zögerlich.
„So schlimm?“ fragte Janna.
„Na ja, Timo würde es mit Sicherheit auffallen.“
„Dem muss ich es auch noch sagen…“ jammerte Janna „Der wird Lauri doch das Genick brechen!“
„Wäre möglich…“ sagte Aki.
„AU!“ schrie er, als Jule ihn in die Seite boxte.
„Sehr einfühlsam, Hakala!“ meckerte Jule rum.
„Ups… sorry, war keine Absicht.“
Ne halbe Stunde später:
„Ok, jetz kann ich aber gehen oder?“ fragte Janna, die sich wieder einigermaßen beruhigt hatte. Jule sah sie kritisch an und nickte zustimmend.
„Ja, so kannst du heimgehen. Wir sehn uns morgen! Wenn was is ruf mich einfach an.“ Sagte Jule zu Janna als sie sie zur Tür brachte.
„Ja mache ich. Danke, für alles!“
Janna ging sofort nach Hause und legte sich ins Bett, damit sie keinem ihrer Familie über den Weg laufen musste.

Bei Jule:
„Scheiße! Das is echt hart…“ meinte Aki auf einmal.
„Ja… ich wette ihre Eltern und Timo rasten aus“ meinte Jule besorgt.
„Wäre schon echt möglich, ich kenne sie zwar nicht so gut wie du, aber vorstellen kann ich’s mir.“
„Du musst ihr aber nicht beistehen, wenn du nicht willst, das schaffen wir schon…“ sagte Jule.
„Sie ist auch meine Freundin“ unterbrach Aki sie.
„Ja und du bist wirklich ein wahrer Schatz!“ sagte Jule und küsste ihn zärtlich. Aki lächelte und zog sie enger an sich ran….
„Hey du kannst mit mir über alles reden ja??“ flüsterte Aki in Jules Ohr sie lagen aneinander gekuschelt auf dem Sofa..
„weiß ich doch…“ sagte Jule und döste glücklich ein. Aki beobachtete sie lange und ihm wurde wieder einmal klar wie viel ihm Jule doch bedeutete

2 Wochen später:
„Janna, du musst bald fertig sein, Jule kommt gleich!“ rief ihre Mutter jetzt schon zum 3. mal. Nur Janna fühlte sich so schlecht, dass sie nicht von der Kloschüssel wegkam.
„Janna?!“ kam wieder die Stimme von unten „Janna? Warum antwortest du nicht?“ die Stimme kam näher. „Oh Gott, Janna was ist mit dir?“ fragte ihre Mutter als sie Janna über der Kloschüssel hängen sah.
„Nichts, mir ist nur schlecht…“ sagte Janna bevor sie sich zum 7. mal an diesem morgen erbrach.
„Du gehst heute nicht zur Schule, ich sag Jule bescheid, wenn sie kommt“ sagte ihre Mutter bestimmt.
„Nein Mama mir geht’s schon wieder besser!“ sagte Janna schwach.
„Oh ja, dass seh ich. Kotzt dir die Seele ausm Leib, aber dir geht’s gut. Nein du bleibst zu Hause. Leg dich wieder ins Bett, ich bring dir Kamillentee hoch.“
„Danke“ sagte Janna und legte sich wieder in ihr Bett.
Es klingelte.

„Nein Janna geht heute nicht zur Schule, ihr geht es nicht gut“, hörte sie die gedämpfte Stimme ihrer Mutter von unten.
„Darf ich sie kurz sehen?“ fragte Jule besorgt.
„Ja, aber nur kurz. In Ordnung, kannst du ihr den Tee mithoch nehmen? Ich muss jetzt los, sag ihr noch, dass ich sie lieb hab.“
„Aber natürlich. Auf Wiedersehen!“ sagte Jule freundlich und ging die Treppe hoch.
„Hi!“ sagte Jule leise als sie Jannas Zimmer betrat.
„Hi“, antwortete Janna.
„Was ist los?“ fragte Jule sofort.
„Mir ist schlecht, ich wollte ja in die Schule gehen, aber als mich meine Mutter kotzen sah, hat sie gesagt, dass ich zu Hause bleiben soll.“
„Achso. Geht’s dir wieder besser?“
„Nicht wirklich, aber es geht. Wenn das meine Mutter jetzt jeden morgen so macht, komm ich gar nit mehr in die Schule“ grinste Janna jetzt.
„Du musst es ihr sagen.“
„Ich weiß… aber ich weiß nicht wie.“
„Sie ist deine Mutter sie wird dich verstehen.“
„Meinst du?“ fragte Janna zweifelnd.
„Ja. Soll ich bei dir bleiben, bis sie wieder kommt? Damit du es ihr nicht alleine sagen musst?“
„Ja, bitte das wäre lieb.“
„Ok, dann sag ich nur schnell Aki bescheid, dass er sich keine Sorgen machen soll. Soll er Lauri etwas ausrichten?“
„Ja, dass er nach der Schule mal vorbei kommen soll.“
„Du willst es ihm heute sagen?“
„Ich will es allen heute sagen, wenn sie alle hier sind wird es sicher einfacher…“
„Ok, dann ruf ich schnell Aki an. Kann ich dein Telefon benutzen?“
„Klar, es steht da drüben.“
„Ich weiß“ grinste Jule.
„Ich kann auch raus gehen, wenn du willst.“
„Nee ist schon in Ordnung. Bleib im Bett liegen.“
„Ok, wenn du meinst“ sagte Janna während Jule die Nummer von Aki wählte.
„Ja?“ kam die Frage von dem anderen Ende der Leitung.
„Hi Schatz, ich bins, Jule.“
„Oh hi! Was ist denn?“
„Ich wollte dir nur bescheid sagen, dass ich heute nicht zur Schule komme. Janna geht’s nich gut und ich wollte bei ihr bleiben.“
„Ok, sonst noch was?“
„Kannst du Lauri ausrichten, dass er heute nach der Schule zu Janna kommen soll?“
„Aber natürlich, will sie’s ihm endlich sagen?“
„Ja ihm und den anderen, wäre also besser, wenn du auch kommen würdest.“
„Ok, kein Problem mach ich. Es läutet grade, ich muss gehen. Ich liebe dich.“
„Ich dich auch“ sagte Jule bevor sie auflegte.
„Richtet er es ihm aus?“ fragte Janna.
„Ja und er kommt vorsichtshalber noch mit, falls Lauri oder Timo ausrasten.“
„Gut, danke.“
„Kein Problem, wir haben doch gesagt, dass wir hinter dir stehen.“
„Ich weiß. Also was wollen wir jetzt machen?“ fragte Janna um abzulenken.
„Weiß nich, fernsehen?“
„Ja gute Idee. Was denn MTV?“
„Ja, ich hab von nem Wettbewerb bei MTV gehört, die verlosen einen Plattenvertrag für ne Band.“
„Cool, vielleicht sollten die Jungs da mal mitmachen.“
„Hab ich Aki schon vorgeschlagen, er will mit den anderen darüber reden.“
„Wäre ja genial, wenn sie nen Plattenvertrag bekämen…“


In der Schule:
„Hey Aki, weißt du wo Janna ist?“ fragte Lauri.
„Ja zu Hause ihr geht es nicht gut, Jule ist bei ihr.“
„Was hat sie denn und woher weißt du das?“
„Jule hat mich angerufen und ich weiß nicht, was sie hat. Du sollst übrigens nach der Schule zu Janna kommen, soll ich dir ausrichten.“
„Wieso denn das?“
„Weiß nit, hat Jule nit gesagt.“
„Ok na dann…“Was hat Janna bloß?!

Nach der Schule:
Aki, Lauri und Timo sind auf dem Weg zu Timo nach Hause. Alle (außer Aki) fragen sich, was Janna von ihnen will. Lauris Handy vibrierte es war Janna:
„Kann ich noch mal vorher bei dir zu Hause mit dir reden?? Bin in ner ¼ Stunde da Janna“
„Leute ich muss noch mal heim!“ rief Lauri und rannte schon los.
„Was hatten der jetzt für zustände??“ fragte Aki…. Doch Timo war mit seinen Gedanken ganz woanders…

„Was glaubst du, was Janna will?“ sprach Timo die Frage laut aus.
„Keine Ahnung“ sagte Aki schnell.
„Hat Jule dir echt nix gesagt?!“ rief Lauri Aki zu als er sich noch mal kurz umdrehte.
„Nein hat sie nicht zum 999. mal“ rief Aki zurück.
„Verdammt“ schrie Lauri. Was ist, wenn sie sich von mir trennen will?! fragte sich Lauri die ganze Zeit während er nach Hause lief.

Als sie vor dem Haus ankamen schloss Timo die Tür auf und er und Aki gingen ins Wohnzimmer und warteten mit den anderen auf Janna, die noch nicht da war.
Timo lehnte sich an die Wand und Aki setzte sich neben Jule. Nach 40min tauchte dann endlich Janna auf. Sie sah unheimlich blass aus.

„Also was wolltest du uns sagen?“ fragte Jannas Vater.
„Ähm… na ja… es ist so… ich...bin…schwanger…“ sagte Janna zögernd. Sie wollte es schnell hinter sich bringen.
Jannas Eltern waren geschockt und Timo musste sich erst mal hinsetzen.
„Seit wann weißt du es?“ fragte ihre Mutter leise.
„Seit ungefähr einem Monat“, antwortete Janna leise.
„Warum hast du es uns nicht früher gesagt?“ fragte ihr Vater.
„Ich hatte Angst, wie ihr reagieren würdet.“
„wie soll es weitergehen?“ fragte Timo. Aki hielt Jules eiskalte Hand fest, er merkte wie nervös sie war, denn sie bangte mit der Freundin mit.
„Das wollte ich euch fragen“ sagte Janna zaghaft.
„Willst du das Kind?“ fragte Jannas Mutter ruhig.
„Eigentlich schon…“ sagte Janna leise, sie musste sich beherrschen sonst fing sie gleich wieder an zu weinen.
„was ist mit Lauri?“ fragte Jule leise.
„er hat mich angeschrieen. Ich glaube er will das Kind nicht…“ antwortete Janna. Sie konnte sich nicht mehr beherrschen und fing an zu weinen.
„Hey, Kopf hoch! Wir schaffen das schon“ munterte ihre Mutter sie auf.
„Ich breche dem Kerl das Genick!“ sagte Timo und setzte sich neben seine Schwester um sie zu trösten.
„Nein du bleibst schön hier. Ich werde mit Herr und Frau Ylönen reden“ sagte sein Vater.
„Die hatte ich ganz vergessen“ schluchzte Janna wieder „Sie hätten auch herkommen sollen.“
„Äh…ich glaub ich geh mal zu Lauri“, sagte Aki zögernd.
„Ja ist gut, ich bleibe noch ein bisschen hier. Pass auf dich auf“ sagte Jule und brachte Aki noch zur Tür.

An der Tür:
“Was fällt dem eigentlich ein?!“ fragte Jule aufgebracht „Was ist wenn er sie sitzen lässt??!“
„Hey reg dich ab! Ich kümmere mich um ihn“, sagte Aki.
„Danke!“ sagte Jule und verabschiedete sich von Aki mit einem langen Kuss.

Wieder im Wohnzimmer:
„Ich hätte es ihm anders sagen sollen oder gar nicht“ sagte Janna immer wieder.
„Es ist doch nicht deine Schuld“ versuchte Timo sie aufzumuntern.
„Ich weiß, aber trotzdem…“
„Komm, am besten gehst du jetzt ins Bett. Jule möchtest du hier bleiben, damit Janna nicht so alleine ist? Ich würde auch deine Eltern anrufen und ihnen bescheid sagen“ sagte Jannas Mutter.
„Ja, danke. Das wäre nett, sie machen sich sicher schon Sorgen, wo ich die ganze Zeit stecke“ sagte Jule und ging mit Janna nach oben.

Aki stand mittlerweile vor Lauris Haustür doch er machte nicht auf.
„Hey! Lauri! Mach endlich auf!!!!“ schrie Aki.
„Wieso sollte ich?“ brüllte Lauri zurück.
„Weil ich mit dir reden will, verdammt.“
„Na gut, was willst du?“ endlich machte er die Tür auf
„Warum lässt du Janna so sitzen?“ fragte Aki
„Warum ich sie sitzen lasse?! Weil sie mich angelogen hat.“
„Hat sie nicht. Sie wusste nur nicht, wie sie es dir sagen sollte.“
„Sag jetzt bloß noch, dass du es die ganze Zeit wusstest.“
„Na ja, ich wusste es, aber nicht von Janna. Jule hatte es mir erzählt.“
„TOLL! Wirklich toll! Jeder weiß es, nur ich Idiot mal wieder nicht!“ brüllte Lauri jetzt in der Wohnung rum.
„Nicht jeder wusste es. Nur Jule, ich und Jannas Arzt“ sagte Aki ruhig.
„Ach, halt einfach die Klappe und lass mich in ruhe! Ich will nachdenken“ sagte Lauri und schmiss Aki aus der Wohnung
„Gut, kommst du morgen in die Schule? Wir müssen noch üben“ rief Aki ihm noch zu, doch Lauri antwortete nicht.
„Ich würde Jule so was nie antun!!!!!!“ dachte Aki noch bevor er nachdenklich nach Hause ging

Was mach ich jetzt bloß?! vielleicht sollte ich Hanna anrufen…, dachte Lauri.
er ging direkt in sein Zimmer und rief seine Schwester an.
„Ylönen“ meldete sie sich.
„Hi Hanna!“ sagte Lauri.
„Ach Lauri, so schnell hatte ich gar nit mit nem Anruf von dir gerechtnet“ lachte sie.
„Ja, ich muss mit dir reden“ als sie den Klang seiner Stimme hörte, hörte sie sofort auf zu lachen.
„Was ist passiert? Du klingst so komisch“ sagte sie besorgt.
„Janna ist schwanger“ sagte Lauri leise.
„Sie ist WAS?!“ fragte Hanna entgeistert.
„Schwanger, du hast richtig gehört.“
„Und was wollt ihr machen?“
„Sie will das Kind, ich weiß es nicht. Ich wollte fragen, ob ich mal zu dir kommen könnte, ich muss mal wieder mit dir unter 4 Augen reden…“
„Klar kannst du kommen, wann wolltest du denn losfahren? Am Wochenende?“
„Ähm… eigentlich wollte ich gleich los, wenn ich’s unseren Eltern gesagt hab.“
„Oh, na gut, dann bis übermorgen.“
„Ja bis übermorgen. Tschüss“ verabschiedete sich Lauri.
„Tschüss“ sagte Hanna und legte auf. Kurze Zeit später kamen seine Eltern heim.

„Hallo Lauri, was machst du denn so früh hier?“ fragte seine Mutter verwundert.
„Ich wollt euch fragen, ob ich Hanna für ne Weile besuchen darf.“
„Was willst du denn bei Hanna? Sonst würdet ihr den anderen doch am liebsten aufm Mond sehn“, grinste sein Vater.
„Ja, aber irgendwie vermisse ich sie. Außerdem kann sie mir bei meinem Problem bestimmt helfen.“
„Was für ein Problem denn? Ist etwas mit Janna?“ fragte seine Mutter besorgt.
„Na ja… darüber wollte oder sollte ich vielleicht auch noch mit euch reden…“ fing Lauri an, als das Telefon klingelte.
„Moment ich geh ran, vergiss nicht, was du sagen wolltest“ sagte sein Vater und nahm das Telefon ab.
„Ylönen“ sagte er.
„Hallo Matti, ich bins Tuomas“ sagte Jannas Vater.
„Ach hallo Tuomas. Wie geht’s?“ fragte Lauris Vater.
„Gut, ich wollte mit dir und Liisa über Lauri und Janna reden.“
„Oh, was ist denn? Haben sie sich getrennt?“
„Nein, ich denke nicht…nur, na ja… Janna ist schwanger“ sagte Jannas Vater zögernd.
„Sie ist schwanger?!“ fragte Herr Ylönen geschockt.
„Ja, ist Lauri bei euch? Er hat sich Janna gegenüber richtig scheiße verhalten“
„Ja er ist zu Hause und ihm geht’s auch gut…noch.“
„Wieso noch? Willst du ihm etwa an die Kehle springen?“ fragte Jannas Vater scherzhaft.
„Weiß ich noch nicht, ich werds mir überlegen. Nein ich denke nicht. Danke, dass du angerufen hast, ich versuche es Liisa schonend beizubringen…“
„Gut, dann tschüss.“
„Ja tschüss.“

„Wer war das?“ fragte Lauris Mutter.
„Tuomas (Lauris Gesichtszüge entgleisten) er hat gesagt, dass wir Großeltern werden.“
„Das ist ein Scherz“ sagte Lauris Mutter etwas geschockt.
„Ist es nicht“ sagte Lauri, der sich wieder einigermaßen gefangen hatte.
„Wie konnte das passieren?“ fragte sein Vater.
„Ich weiß nicht…“ murmelte Lauri. MEIN GOTT WIE SOLL DASS DENN PASSIERT SEIN?? Soll ich ihm erklären wie mans macht??! Dachte Lauri sauer.
„Willst du deswegen zu Hanna?“ fragte seine Mutter ruhig, Lauri nickte.
„Gut, dann fährst du erstmal weg und überlegst dir, was du tun willst.“
„Wie, was er tun will?! Es ist doch ganz klar, was er tun wird. Er wird Janna heiraten sobald sie volljährig ist.“
„Ich werde was?“ fragte Lauri perplex.
„Du wirst sie heiraten.“
„Aber wieso?“
„Wegen eurem Kind.“
„Was ist, wenn ich es gar nicht will?“ fragte Lauri trotzig.
„Hast du da etwas mitzureden?“ fragte sein Vater, der langsam sauer wurde.
„JA, ich denke schon, es ist schließlich mein Leben!“
„Regt euch ab, ich finde, die Entscheidung liegt bei Janna“ sagte seine Mutter ruhig.
„Gut, ja du hast Recht. Ich bringe Lauri jetzt an den Bahnhof.“
„Ähm… ich muss erst noch packen“ sagte Lauri.
„Du hast noch nicht gepackt?!“
„Ich wollte erst wissen, ob ihr mich überhaupt fahren lasst… weil es ist doch noch Schule und so…“
„Na ja, es ist eine Ausnahme, wie lange willst du eigentlich wegbleiben?“ fragte seine Mutter.
„Weiß noch nich, 1 oder 2 Wochen, vielleicht au länger… Mal sehn“ sagte Lauri.
„Gut, dann pack jetzt.“
„Ja mach ich“ sagte Lauri und verschwand in seinem Zimmer, um ein paar Klamotten einzupacken. „So jetzt hab ich alles“ sagte er zu sich selbst „Ach nee, meine Gitarre darf nit fehlen.“

Auf dem Weg zum Bahnhof:
„Hast du dich von deinen Freunden verabschiedet?“ fragte sein Vater nach einer Weile.
„Nein hab ich nicht“ sagte Lauri leise.
„Machst dus von unterwegs?“
„Vielleicht, wahrscheinlich ja. Dazu brauch ich ruhe.“
„Gut, wir sind da.“
„Hm? Schon?“
„Soll ich noch mit reinkommen?“
„Nee, ich kann meine Fahrkarte schon alleine kaufen“ sagte Lauri grinsend.
„Na gut, dann bis demnächst! Grüß deine Schwester von mir und ruf an, wenn du angekommen bist.“
„Ja tschüss“ sagte Lauri und stieg aus dem Auto aus.

2 Tage später:
„Hi Janna, bereit die Schule wieder in Angriff zu nehmen?“ fragte Jule scherzhaft.
„Jap, ich halts da drin nicht mehr aus! Meine Mutter steht als hinter mir und fragt: ‚Hast du schon was gegessen?’ oder ‚Geht’s dir auch gut? Du siehst so blass aus.’ Das treibt mich in den Wahnsinn!“ grinste Janna.
„Sei doch froh, dass deine Mutter so cool drauf is.“
„Bin ich ja au, das ist ja auch noch nicht das schlimmste. Timo rennt mir als hinterher und fragt mich, ob Lauri sich gemeldet hätte, weil er nit in der Schule war und so…“
„Ich weiß, Aki macht sich Sorgen, aber Lauris Eltern meinen ihm ginge es gut.“
„Woher weißt du das?“ fragte Janna sofort.
„Weil ich sie gefragt hab. Lauri is kurz zu Hanna gefahren, um sie zu besuchen. Er braucht ein bisschen Ruhe.“
„Oh… hab ich ihn so sehr geschockt?“ fragte Janna leise.
„Nein. Du bist nicht Schuld, das darfst du nicht mal denken!“ fuhr Jule sie an.
„Ok, ist ja schon gut“ lachte Janna. „Wenigstens könnte er sich mal melden!“
„Hat er sich nicht mehr gemeldet, seitdem er vorgestern abgehauen is?!“
Janna schüttelte mit dem Kopf.
„So ein Flachwichser!“, fluchte Jule über Lauri.

Zur gleichen Zeit in Siilinjärvi am Bahnhof:

Hanna holte ihren kleinen Bruder von Bahnhof ab.
„Hi Kurzer!“ begrüßte sie ihn grinsend.
„Hi!“ sagte er nur.
„Ist es so schlimm mit Janna und dir?“ fragte sie besorgt.
„Ja, ich hab sie abhauen lassen ohne ein Wort zu sagen! Ich bin so ein Arschloch! Timo hatte Recht“ sagte Lauri.
„Dann ruf sie doch an“ meinte Hanna aufmunternd.
„Ich trau mich nicht…“ murmelte Lauri.
„WAS? Mein kleiner Bruder, der vor der ganzen Schule singt, traut sich nit kurz seine Freundin anzurufen?!“
„Klar, streu doch noch Salz in die Wunde, außerdem weiß ich nit, ob sie noch meine Freundin is.“
„Wieso denn das? Hat sie sich von dir getrennt?“
„Können wir nicht im warmen weiter reden? Mir wird langsam kalt“ versuchte Lauri abzulenken.
„Ok, wir fahren heim und reden da weiter.“
„Gute Idee, dann muss ich auch mal zu Hause anrufen, bescheid sagen, dass ich wohlbehalten angekommen bin.“
„So besorgt sind unsere Eltern?“ fragte Hanna verwundert.

In der Schule:

„Ich könnte den Kerl umbringen! Erst schwängert er meine Schwester und dann behandelt er sie wie scheiße!“ brüllte Timo.
„Hey, komm mal wieder runter“ versuchte Mika ihn zu beruhigen.
„Wieso sollte ich?! Wie würdest du reagieren, wenn Aki das gleiche mit Jule machen würde?“
„Weiß ich doch nicht, auf jeden fall wäre ich ruhiger als du!“
„Meinst du?!“
„MEIN ich! Ach und übrigens, da kommt deine Schwester.“
„Verdammt!“
„Hi Timo, Mika!“ sagte Janna fröhlich.
„Hi“ sagten Timo und Mika, wie aus einem Mund.
„Na wie geht’s dir heute morgen?“ fragte Mika freundlich.
„Super!“ antwortete Janna fröhlich.
„Wirklich?“ forschte Timo nach.
„Ja, wirklich. Ich musste weder kotzen noch is mir irgendwie schlecht, also geht’s mir super.“
„Wenn du meinst…“
„Janna kommst du?“ fragte Jule jetzt „Ich muss noch schnell eine Aufgabe von dir abschreiben.“
„Hä? Was willst du?“ fragte Janna irritiert.
„Eine Matheaufgabe abschreiben“ sagte Jule und zog Janna hinter sich her.
Auf ihren Plätzen angekommen guckt Janna Jule verwundert an.
„Wie willst du ne Aufgabe von mir abschreiben? Ich hab die doch gar nit.“
„Mensch hast du nit gemerkt, dass Timo drauf und dran war dich auszuquetschen aufm Schulflur?“
„Oh…scheiße…bin ich blöd!“
„Ja da haste Recht Grufti“ sagte Liisa, die noch wütender auf Janna war, seit diese mit Lauri ging.
„Ach halt die Schnauze!“ motzte Janna sie an.
„Wo ist eigentlich dein Herzallerliebster?“ fragte Liisa neugierig.
„Lauri ist krank“ sagte Janna kalt.
„Och, gibt’s Ärger im Paradies?“
„Nö, wieso fragst du?“
„Ach nur so… hab gehört er wäre zu seiner Schwester abgedampft, weil ihr Zoff hattet.“
„Wer erzählt denn so ne Scheiße?!“ fragte Janna künstlich lachend.
„Ach so ein paar Leute… ich weiß auch nit mehr, von wem ich’s hab.“
„Lass dich nit von ihr provozieren!“ flüsterte Jule in Jannas Ohr.
„Lass ich doch gar nit“ flüsterte Janna zurück.
„Na ja is ja au egal, von wem du das hast. Es stimmt jedenfalls nit, wir hatten keinen Zoff“ sagte Janna bestimmt.
Der Lehrer kam und Liisa musste sich mit dieser Antwort zufrieden geben

Bei den Jungs in der Klasse:

„Was glaubt ihr, wie lange Lauri bei Hanna bleibt?“ fragte Eero die andern.
„Schwer zu sagen… ne Woche, höchstens 2. Sonst bringt einer den andern um“ meinte Pauli lachend.
„Stimmt, was wollte Hanna mit Lauri machen, als er mal ihren Kajal geklaut hatte?“ fragte Mika lachend.
„Sie wollte ihn im Klo ersäufen…“ jetzt brüllten alle vor lachen, alle bis auf Timo, der sich immer noch Sorgen um Janna machte.
„Was ist denn so witzig, meine Herren?“ fragte Herr Vesterinen interessiert.
„Ähm… nichts“ sagten alle einstimmig.
„Proben wir in der Pause?“ fragte Pauli leise Eero.
„Nee, geht nit, wir brauchen den Gesangspart und den kann ich nit alleine machen.“
„Ok, dann hab ich mehr Zeit für Lara“ grinste Pauli.

In der Pause wartete Aki wie immer auf Jule vor ihrer Klasse.
„Hi, na alles gut überstanden?“ fragte Aki gut gelaunt nachdem er seine Jule erstmal begrüßt hat.
„Jap, alles super. Na ja fast alles, es is durchgesickert, dass Lauri zu Hanna gefahren is“ antwortete Jule.
„Wer erzählt das?“ wollte Aki wissen.
„Liisa. Janna hätte sich vor der Schule fast mit ihr gekloppt.“
„Stimmt doch gar nit“ schaltete Janna sich jetzt ein.
„Wenn du meinst…“ grinste Jule.
„Äh, warum stehn wir eigentlich noch hier?“ fragte Janna jetzt.
„Weil wir heute nich proben, es geht nit. Eero meinte wir bräuchten den Gesangspart und es ginge nit, weil Lauri nit da is“ erklärte Aki ihr.
„Achso…“ sagte Janna niedergeschlagen.
„Was wolln wir jetz machen?“ wollte Jule sie ablenken.
„Gute Frage, schlag du was vor“ sagte Janna an Aki gewandt.
„Ähm… weiß nit, uns sinnlos befressen, weil besaufen kannst du dich ja nit“ meinte Aki scherzend.
„Ja, was essen wäre nit schlecht“ meinte Janna.
„Gut dann auf in die Kantine! Ich lad euch ein“ sagte Aki.
„Oh wie großzügig!“ grinste Jule und sie machten sich auf den Weg zur Kantine.


Bei Hanna und Lauri:

„Also, was is nu bei euch los?“ fragte Hanna neugierig, als sie bei ihr in der Küche saßen und Kaffee tranken.
„Na ja… ich bin vorgestern etwas ausgerastet… ich weiß au nit warum…“ sagte Lauri zögernd.
„Und um den Kopf frei zu kriegen kommst du zu mir“ schlussfolgerte Hanna.
„Stimmt, außerdem hab ich Schiss vor unseren Eltern. Paps hat schon davon angefangen, dass ich Janna heiraten soll, wenn sie Volljährig ist…“
„Er hat WAS?“ fragte Hanna kichernd.
„Das ist nit witzig!“ fuhr Lauri auf.
„Oh doch, für mich schon“ lachte Hanna weiter.
„Ok, das reicht…“ sagte Hanna als sie sich wieder gefangen hatte „Wie siehst du die Sache eigentlich?“ fragte sie Lauri.
„Das ist schwer zu beschreiben ich würds dir ja gerne erklären, aber dafür bin ich einfach zu müde“ antwortete er.
„Oh, natürlich. Tut mir leid, ich hätte dich erst schlafen lassen sollen, bevor ich dich ausquetsche…“ sagte Hanna und brachte Lauri zu seinem Zimmer.
„Hier schläfst du für die nächste Zeit, ok es sieht nicht, wie dein Zimmer zu Hause aus, es ist farbenfroher ich weiß…“ grinste Hanna wieder.
„Ist schon ok, ich kann überall schlafen“ meinte Lauri gähnend „Und wenn du mich nicht gleich alleine lässt schlaf ich hier im Türrahmen ein.“
„Ups…ok… na dann… schlaf schön!“ sagte Hanna und verschwand im Wohnzimmer.
Lauri zog sich aus und legte sich in das kuschelige Bett. Er schlief sofort ein und hatte seltsame Träume von sich, Janna und ihrem Kind.
Als er wieder aufwachte, hatte er eine Melodie im Kopf für die er nur noch einen Text brauchte. Diesen Song wollte er Janna widmen und ihr vorspielen, wenn er wieder zu Hause war.
Hanna hörte Lauris Gitarrenspiel, ließ ihn aber allein, damit er sich konzentrieren konnte.

„Oh man, irgendwie hab ich Schiss!“ sagte Janna zu Jule.
„Wieso? Es ist doch nur eine Ultraschalluntersuchung. Nichts schmerzhaftes…“ meinte Jule.
„Ja, ich weiß, aber jetzt werde ich zum ersten mal mein Kind sehn.“
„Ok, das kann ich verstehn“ grinste Jule, sie durfte Janna zu ihrem ersten Arzttermin begleiten, insgeheim hatte Jule auch ein bisschen Schiss, aber das sagte sie Janna nicht, denn dann würde sie sie sicher auslachen.

Nach dem Termin:
„Die Bilder sin so toll!“ schwärmte Janna jetzt schon seit einer viertel stunde.
„Ja, Janna, ich weiß, ich war dabei“ sagte Jule leicht genervt.
„Tut mir leid, aber sieh doch nur: das ist MEIN Baby!!!!!“
„Also ehrlich gesagt: ich seh da gar nix“ meinte Jule lachend.
„Doofe Nuss!“ sagte Janna lachend. Wenn ich die nur Lauri zeigen könnte, dachte Janna niedergeschlagen.
Es ist schön, sie so glücklich zu sehn, dachte Jule.
„Jule?“ fragte Janna auf einmal.
„Ja? Was ist denn?“
„Hat Aki was von Lauri gehört?“ fragte Janna leise.
„Nein, leider nicht. Hast du ihm mal geschrieben oder ihn angerufen?“
Janna schüttelte nur mit dem Kopf, denn sie hatte sich nicht getraut Lauri zu sagen, dass sie heute einen Arzttermin hatte. Es hätte ihn bestimmt nicht interessiert, dachte sie jetzt.

Bei Hanna und Lauri:
Das Telefon klingelt, Hanna geht bestimmt ran. Ist sowieso für sie, dachte Lauri, als auf einmal Hanna nach ihm rief.
„Ja? Was ist denn?“ rief er zurück.
„Es ist Aki, er will dich sprechen, bist du da?“
„Ja, ich wollte ihn sowieso etwas fragen“ sagte Lauri, als er auf den Flur trat.
Er wartete bis Hanna weg war, ehe er sich meldete.
„Hi!“ sagte er zögernd, denn er wusste nicht, ob Aki ihn anschreien würde.
„Hi. Na was geht so bei euch ab?“ fragte Aki ganz normal, als ob Lauri in seinem Zimmer in Hellsinki sitzen würde.
„Nit viel, ich sitze grade an nem neuen Song und wir sind eingeschneit. Was geht bei euch ab?“ fragte Lauri zurück.
„Auch nicht viel, die Proben liegen erstmal auf Eis, bis du zurück bist. Aber ich glaube, das was dich interessiert ist, wie es Janna geht.“
„Ja, hast Recht. Du kennst mich einfach zu gut. Also wie geht’s ihr?“
„Gut, sie war heute beim Arzt…“
„Ist etwas mit dem Baby?“ unterbrach ihn Lauri.
„Nein, ihr und dem Baby geht’s gut. Du hättest mich ausreden lassen sollen. Ich wollte sagen, dass sie heute eine Ultraschalluntersuchung hatte.“
„Oh…achso…“ Lauri war sein Ausrasten unglaublich peinlich.
„Ist schon gut, ich denke ich hätte genauso reagiert. Hast du mal mit ihr gesprochen?“ fragte Aki leise.
„Nein, ich hab mich nicht getraut.“ Bei ihm kann ich ehrlich sein, er merkt sowieso, wenn ich’s nit bin, dachte Lauri.
„Das solltest du aber. Wann kommst du zurück?“
„Ich weiß noch nicht. Meinst du, du könntest mir eins von den Ultraschallbildern schicken?“
„Klar, ich hab 2 Stück. Janna und Jule waren nämlich vorhin bei mir und Janna hat als von den Bildern geschwärmt und als ich sie gefragt hab, ob ich eins sehen kann, hat sie mir sofort 2 in die Hand gedrückt…“ lachte Aki.
„Ja, das ist typisch Janna…“ lachte Lauri mit.
„Stimmt. Sie vermisst dich.“ Das saß, Lauri kam sich wieder, wie das Arschloch, das er war, vor.
„Ich vermisse sie auch, aber ich weiß nicht, wie ich es ihr sagen soll… per SMS oder Brief ist es mir zu unpersönlich…“ sagte Lauri wieder leise.
„Dann ruf sie doch an“ schlug Aki vor.
„Davor hab ich zu viel Schiss, was is, wenn Timo oder ihr Vater ans Telefon gehen?“
„Ok, das könnte ein Problem werden. Dann komm halt wieder heim!“
„Auch davor hab ich zu viel Schiss, mein Vater meinte ich solle Janna heiraten, wenn sie Volljährig ist. Also ist das auch nit so das wahre…“
„Das is jetz nit dein Ernst oder?“ lachte Aki.
„Doch…“ sagte Lauri niedergeschlagen.
„Oh…shit!!! Sorry, muss auflegen, Jule kommt grade. Na ja dann bis zum nächsten Mal!“ sagte Aki und legte auf.


Bei Aki zu Hause:
„Mit wem hast du grade telefoniert?“ fragte Jule neugierig, sie hatte grade die überglückliche Janna heimgebracht und wollte noch etwas Zeit mit Aki alleine verbringen.
„Mit…meiner Oma“ sagte Aki überzeugend.
„Aha, wie geht’s denn deiner OMA?“ fragte Jule Der hat doch nie im Leben mit seiner Oma telefoniert. Der hat bestimmt Lauri telefoniert.
„Ihr geht’s gut und meinem Opa auch, eigentlich wollte sie ja meine Mutter sprechen, aber die ist ja nit da…“ sagte Aki immer noch in dem Glauben, dass Jule es ihm abkaufte.
„Aha ist ja interessant“ sagte Jule und kuschelte sich an Aki.
„Wie viel Uhr ist es?“ fragte sie nach einer Weile müde.
„Ähm…gleich 9, wieso?“ antwortete Aki.
„9?! Scheiße! Ich muss heim, na ja eigentlich sollte ich schon seit ner halben Stunde da sein!“ fluchte Jule rum.
„Hey, keep cool! Ich bring dich heim und erklär deinen Eltern, dass wir eingeschlafen sind“ sagte Aki ruhig.
„Ok, lass uns gehen“ sagte Jule und zog Aki zur Tür raus.

Bei Janna zu Hause:
Jannas Laune ging stetig Berg ab seit sie nach Hause gekommen war. Sie saß in ihrem Zimmer und weinte jetzt schon seit 2 Stunden. Sie wusste auch nicht mehr, warum sie eigentlich weinte, es könnte ihr doch eigentlich egal sein, ob Lauri noch was von ihr wollte schließlich war er ein Arschloch. Aber er war IHR Arschloch.
Was soll das eigentlich noch? , fragte sich Janna andauernd. Lauri will nix mehr von mir wissen, Jule wäre lieber bei Aki, wenn ich sie zu den bescheuerten Arztterminen schleppe. Meine Eltern überlegen jetzt schon, wo sie das Kinderzimmer hinmachen wollen… Ich halt das nicht mehr länger durch!!!!! Sie denken gar nicht dadran, ob ich das Kind vielleicht doch nicht will, entscheiden einfach über meinen Kopf hinweg… das ist so unfair!
Janna weinte weiter bis sie eingeschlafen war.


Bei Hanna zu Hause:
„Lauri?“ rief Hanna ihren kleinen Bruder.
„Was ist denn jetzt schon wieder?!“ meckerte Lauri rum.
„Können wir jetzt reden?“ fragte Hanna gelassen.
„Klar, worüber denn?“
„Über dich, Janna und euer Kind.“ Lauris Gesichtszüge entgleisten.
„Was denn? Irgendwann musst dus mir erklären, ich lasse nicht locker“ sagte Hanna ernst.
„Hast ja Recht. Also was willst du wissen?“ fragte Lauri resigniert.
„Liebst du sie?“
„Natürlich, wäre ich sonst 2 Jahre mit ihr zusammen?!“
„Nein, ich denke nicht. Willst du das Kind?“
„Anfangs nicht, ich war einfach geschockt, immerhin ist sie erst 17 und ich 18. Aber jetzt…ich hab Aki sogar gefragt, ob er mir ein Ultraschallbild schickt“ sagte Lauri zu seiner eigenen Verwunderung.
„Das ist doch ein Anfang! Das Lied, an dem du seit du hier bist arbeitest, ist für Janna oder?“ fragte Hanna weiter.
„Ja, ich weiß auch nicht, aber die Melodie ist mir im Traum eingefallen. Jetzt sitze ich schon seit fast 4 Wochen an diesem verdammten Lied und komme nicht weiter…“
„Sie fehlt dir, stimmt’s?“ unterbrach ihn Hanna.
„Ja, verdammt ich vermisse sie!!!“ schrie Lauri und fing fast an zu heulen.
„Ist ja schon gut…“ versuchte Hanna Lauri zu beruhigen.
„Nein ist es nicht! Ich bin der totale Idiot! Wie konnte ich nur so blöd sein? Lasse sie alleine, jetz wo sie mich braucht“ jetzt heulte er wirklich.
Haste ja ma wieder super hingekricht Hanna! , schimpfte sie in Gedanken mit sich selbst. Wie lange hatte sie ihn nicht mehr weinen sehen? Sie wusste es nicht, aber es muss über 5 Jahre her sein…
„Hey, Lauri ist ja schon gut…“ sagte Hanna und nahm ihren Bruder in den Arm „Wir lassen uns schon was einfallen, am besten fahren wir gleich morgen los.“
„Wir?“ fragte Lauri leise.
„Ja wir, ich muss doch auch mal wieder unsere Eltern besuchen…“ grinste Hanna, auch Lauri musste grinsen.
„Oh man… ich heule wie ein Baby, nur weil ich nen klitze kleinen Fehler gemacht hab…“ sagte Lauri über sich selbst überrascht. (was für ein überraschender Tag für Lauri…)
„So klein war dein Fehler auch wieder nicht…“
„Ok stimmt hast ja recht…am besten ruf ich Aki an und sage ihm, dass er das Bild doch nicht schicken muss“ sagte Lauri und verschwand um zu telefonieren.

Aki redete währenddessen mit Jules Mutter

„Ist ja nicht schlimm, dass du sie etwas später nach Hause gebracht hast. Eigentlich kann sie ja auch so lange wegbleiben meinetwegen auch mal über Nacht nur ich möchte, dass ihr aufpasst“ sagte Jules Mutter lächelnd.
„Machen wir immer….Also kriegt sie wegen mir keinen Ärger?“ fragte Aki beruhigt.
„Nein bekommt sie nicht. Hauptsache sie geht nicht nachts alleine nach Hause“
„Gut, dann kann ich ja beruhigt heim gehen. Auf Wiedersehen!“ sagte Aki und verschwand. Mann ist die locker drauf!!!
Zu Hause angekommen hörte er das Telefon klingeln als er die Tür aufschloss. Er rannte hin (es konnte ja etwas wichtiges sein…) und nahm ab.
„Hakala“ meldete er sich.
„Hi Aki“ sagte Lauri gut gelaunt.
„Oh, womit hab ich denn das verdient? Ich darf 2 mal am Tag mit dir reden“ lachte Aki.
„Haha, sehr witzig! Ich wollt nur bescheid sagen, dass du das Bild nicht schicken brauchst. Hanna und ich machen uns morgen auf den Heimweg.“
„Is nich wahr!“ sagte Aki entgeistert.
„Doch sie hat mich überredet, außerdem will sie unsere Eltern besuchen und sie wollte mich nicht alleine in ihrem Haus lassen.“
„Genial! Soll ich’s Janna sagen?“ fragte Aki prompt.
„Ähm…nein…es soll eine Überraschung sein“ sagte Lauri grinsend.
„Oh, gut. Dann lass dir ne gute Entschuldigung einfallen und bring ihr was gescheites mit!“
„Ja Herr General!“ sagte Lauri und salutierte.
„Wirklich witzig…“ grummelte Aki.
„Ja, find ich auch“ meinte Lauri feixend.
„War’s das?“ fragte Aki, der langsam merkte, wie müde er eigentlich war.
„Ja denk schon. Na ja dann bist übermorgen!“ sagte Lauri.
„Ja, bis übermorgen“, sagte Aki und legte auf.
Lauri legte auch auf und ging in sein Zimmer - packen.

Am nächsten morgen:
„LAURI!!! AUFSTEHEN!“ rief Hanna, die schon fertig am Frühstückstisch saß. Lauri kam total verschlafen in die Küche getappt und gähnte zur Begrüßung erst mal herzhaft.
„Ja, ich wünsche dir auch einen guten morgen!“ sagte Hanna lachend.
Wie kann man so früh am morgen, nur schon so gut drauf sein?! , wunderte sich Lauri.
„Kaffee!“ sagte er müde.
„Ja, ich hab auch gut geschlafen, danke der Nachfrage“ sagte Hanna und schob ihrem Bruder eine Tasse zu. Als er diese und eine weitere geleert hatte, ging er ins Bad und zog sich an.
Nach einer Viertelstunde kam er wieder raus:
„Ich wusste gar nit, dass Jungen auch so lange im Bad brauchen…“ sagte Hanna verwundert.
„Wie lange wohnst du nicht mehr bei uns? Ein halbes Jahr? Du musst ziemlich schnell vergessen, ich hab schon immer länger als du gebraucht“ sagte Lauri grinsend.
„Ja vor allem, nachdem du angefangen hast, dich zu schminken“ lachte Hanna.
„Müssen wir nicht bald los?“ fragte Lauri, dem es langsam zu blöd wurde.
„Ich hab nur auf dich gewartet Brüderchen“ neckte Hanna ihn.
„Gut, von mir aus können wir los.“
„Fein, schnapp dir dein Zeug und nimm meins gleich mit ins Auto.“
„Warum immer ich?!“
„Weil du der Junge bist“ grinste Hanna.
„Tolle Antwort!“ grummelte Lauri.

Janna saß heulend in ihrem Zimmer. Sie wusste weder ein noch aus. Sie konnte und wollte ohne Lauri nicht mehr leben. Sie schrieb noch einen letzten Brief an Lauri.

Auf dem Bahnhof in Helsinki:

„Ähm…wartest du mal kurz? Ich muss noch schnell was erledigen“, sagte Lauri zu Hanna und er ging in einen Geschenkeladen. Als er wieder rauskam hatte er stolz ein Geschenk in der Hand. Hanna guckte skeptisch „Was hast du gekauft?“
„Überraschung“ antwortete Lauri grinsend. Sie nahmen den Bus nach Hause.
Lauri lud noch schnell sein Gepäck zu Hause ab und machte sich dann sofort auf den Weg zu Janna. Sie müsste jetzt zu Hause sein. Hanna sah lächelnd ihrem kleinen Bruder nach.

Lauri klingelte nervös an Jannas Haustür. Er wusste, dass er ein riesen Arschloch war. Er wartete 5 min, aber niemand machte auf. Er holte seinen Schlüssel aus der Tasche. Dann wartete er halt drinnen…
Er ging in die Küche und sah auf dem Küchentisch einen Brief, der an ihn gerichtet war:

‚Lieber Lauri,
Es tut mir leid, dass ich dir so viele Probleme bereitet habe. Seitdem du zu deiner Schwester gefahren bist, weiß ich nicht mehr was ich tun soll. Das Kind ist doch von dir. Ich habe mich im Stich gelassen gefühlt, obwohl sich alle um mich gekümmert haben. Ich wollte das Kind behalten, aber ohne dich seh ich keinen Sinn für mein Leben und für das des Kindes. Ich will nicht mehr. Gib den beiliegenden Zettel bitte meinen Eltern und den anderen.
Lauri vergiss NIE, dass ich dich über alles liebe.

Ich liebe dich!

Janna

Als er fertig mit lesen war rannte er voller Panik in ihr Zimmer. Er hörte Linkin Park mit One Step Closer aus ihrem Zimmer kommen, als er vor der Tür stand. Vielleicht kann ich sie noch davon abbringen, hoffte er. Er machte die Tür auf.

Janna lag bewusstlos in ihrem Bett. Überall war Blut. Sie hatte immer noch die Rasierklinge in der Hand.
Lauri lief auf sie zu und schüttelte sie. Er hatte panische Angst sie zu verlieren. Er liebte sie doch.
„Lauri…“ sagte Janna schwach „Ich liebe dich“, flüsterte sie, bevor sie die Augen wieder schloss und ohnmächtig wurde.
„Janna!!! Bleib bei mir, ich liebe dich verdammt noch mal!“ Lauri schüttelte sie verzweifelt, doch sie rührte sich nicht mehr. Er lief panisch zum Telefon und rief den Notarzt. In der Zeit, wo er auf den Notarzt wartete hörte er immer wieder:

Everything you say to me
Takes me one step closer to the edge
And I'm about to break
I need a little room to breathe
Cause I'm one step closer to the edge
And I'm about to break

Was hab ich nur getan?! , fragte er sich die ganze Fahrt ins Krankenhaus.

Lauri blieb die ganze Zeit bei Janna. Er wollte sie nicht alleine lassen, nicht schon wieder. Die Blutungen konnten zum Glück schnell gestoppt werden, aber sie war sehr geschwächt und lag auf der Intensivstation im Koma.
Der Arzt schmiss ihn unsanft aus dem Zimmer mit der Begründung er solle sich etwas zu trinken oder essen holen.
Ich will nichts essen, ich will bei ihr sein! , dachte Lauri sauer.
Als der Arzt aus Jannas Zimmer kam, fiel Lauri gleich über ihn her.
„Was ist mit ihr?! Was ist mit dem Baby?!“ fragte er aufgeregt.
„Jetzt beruhigen sie sich erst mal, sonst können wir sie gleich wegen einem Herzinfarkt behandeln“ meinte der Arzt ruhig.
Lauri atmete tief durch, um wieder einigermaßen runter zu kommen und fing noch mal von vorne an.
„Also gut, wie geht es ihr?“ fragte er so ruhig wie möglich.
„Den Umständen entsprechend gut.“
„Und dem Baby?“
„Dem überraschenderweise auch, obwohl ihre Freundin sehr viel Blut verloren hat. Haben sie vielleicht eine Ahnung warum sie es getan haben könnte?“ forschte der Arzt nach.
‚Na ja, wir hatten vor ca. 4 Wochen einen heftigen Streit woraufhin ich zu meiner Schwester abgehauen bin, wäre eine Möglichkeit’, dachte Lauri leicht gereizt ehe er mit dem Kopf schüttelte.
„Na gut, sie können wieder rein, wenn sie wollen“ sagte der Arzt nach einer langen Pause.
Lauri verschwand ohne zu zögern in Jannas Zimmer.

Timo kam von Mika nach Hause. Wieso ist die Tür nur angelehnt? Fragte er sich. Wird schon seinen Grund haben…
Er ging in die Küche und sah den Abschiedbrief auf dem Tisch liegen. Er überflog ihn kurz und kriegte einen riesen Schock. Dann entdeckte er einen kleinen Zettel auf dem hektisch geschrieben stand: „Janna hat versucht sich umzubringen. Ihr geht’s den Umständen entsprechend gut. Sind im Krankenhaus. Lauri“
Warum wollte Janna sich umbringen und was zum Teufel macht Lauri hier?! Dachte Timo ehe er seine Eltern anrief.
„Timo? Was ist denn?“ fragte seine Mutter leicht genervt Muss er immer stören, wenn ich zu tun hab?
„Janna ist im Krankenhaus“ antwortete Timo atemlos.
„Wieso das? Ist etwa etwas mit dem Baby?“ fragte seine Mutter ängstlich.
„Nein, ich denke nicht. Sie wollte sich umbringen, aber Lauri hat sie anscheinend vorher gefunden. Bitte kommt so schnell wie möglich heim!“ flehte Timo.
„Sich umbringen? Lauri hat sie gefunden?“ fragte seine Mutter unter Schock.
„Ja, kommt ihr? Ich fahre schon mal vor ins Krankenhaus“ sagte Timo und legte auf.

„Wer wollte sich umbringen?“ fragte Jannas Vater entsetzt.
„Janna, Lauri hat sie aber noch rechtzeitig gefunden…“ sagte Jannas Mutter ehe sie in Tränen ausbrach.
„Hey, es wird schon alles wieder gut, jetzt fahren wir erst mal ins Krankenhaus und sehen weiter…“ versuchte ihr Mann sie zu trösten.
„Ich hätte etwas ahnen müssen! Was bin ich nur für eine Mutter? Merke nicht, dass mein Kind sich umbringen will“ sagte sie immer wieder und hörte gar nicht auf die Worte ihres Mannes.


Im Krankenhaus:
„Aki?“ fragte Lauri in den Telefonhörer, er musste kurz das Zimmer verlassen, weil er doch langsam hunger bekam, also rief er gleich mal bei Aki an, um es ihm zu sagen.
„Was ist denn? Alles in Ordnung bei euch?“ fragte Aki fröhlich.
„Nein, Janna ist im Krankenhaus…“
„Sie ist was?“ fragte Jule, sie hatte Aki den Hörer aus der Hand gerissen, weil sie Lauri anfahren wollte „Aber wieso das denn? Ist etwas mit dem Baby?“
„Nein dem geht es gut, aber…sie…wollte…sich…umbringen!“ schluchzte Lauri in den Hörer.
„Geh nicht weg! Wir kommen sofort ins Krankenhaus!“ sagte Jule aufgeregt.
„Ok, könnt ihr den andern bescheid sagen? Ich glaub ich schaff das nicht“ sagte Lauri und legte auf.
Er wollte grade zu Janna zurück als er jemanden auf sich zu rennen sah.
„DU VERDAMMTER IDIOT!!!! WIESO BIST DU NOCH HIER!?“ brüllte Timo über den Flur, ehe er auf Lauri zugerannt kam und ihm gezielt auf die Nase schlug.
„AU!“ brüllte Lauri auf und hielt sich seine blutende Nase.
„Das ist eigentlich viel zu wenig für das, was du meiner Schwester angetan hast!“
„Ohne ihn wäre ihre Schwester gar nicht hier und am Leben“ schaltete sich der Arzt ruhig ein, als er den Tumult auf dem Flur bemerkte.
„Stimmt, da haben sie Recht. Ohne ihn wäre meine Schwester nicht hier“ sagte Timo gereizt. Lauri sagte immer noch nichts, da seine Nase immer schlimmer blutete.
„Ich glaub meine Nase is gebrochen!“ fluchte Lauri rum.
„Zeigen sie mal her“ sagte der Arzt und untersuchte Lauris Nase „Nein, sieht schlimmer aus als es ist. Die Blutung dürfte bald aufhören…“
„Darf ich meine Schwester sehen?“ fragte Timo, der sich wieder einigermaßen abgeregt hatte.
„Aber erschrecken sie nicht. Sie ist nicht bei Bewusstsein“ sagte der Arzt und begleitete Timo in Jannas Krankenzimmer.

„Oh Gott Lauri! Wer war das?!“ fragte Aki, als er und Jule auf Lauri zukamen.
„Timo, er hat mich einfach angegriffen und ist jetzt bei Janna drin“ erklärte Lauri. Jule reichte Lauri, obwohl sie sauer war, ein Taschentuch. Es brachte nur jetz nicht mehr viel, weil er seinen Pullover, der heute ausnahmsweise nit schwarz war, schon voller Blut war.
„Wie geht es Janna??“ fragte sie
„den Umständen entsprechend…“ sagte Lauri traurig. Jule fing an zu zittern und lehnte sich schutzsuchend an Aki. Der nahm seine Jule in den Arm und hielt sie fest.
“Ich hätte es wissen müssen… ich als ihre beste Freundin… ich bin schuld….“ Schluchzte sie in seinen Pulli.
„Jule sag so was nicht“ versuchte Aki sie zu trösten. Er machte sich selbst die größten Vorwürfe. Auf Lauri achtete im Moment keiner.


„ich hätte sie nie alleine lassen dürfen….“ Lauri machte sich bittere Vorwürfe. Er hatte seine Janna alleine gelassen, als sie ihn am meisten gebraucht hatte. Lauri hatte panische Angst sie zu verlieren. Was war wenn Janna ihn nicht mehr sehen wollte? Dachte er gerade als Jannas Eltern um die Ecke gebogen kamen. Sie blieben vor ihm stehen.

„Lauri!!!“ kreischte Jannas Mutter.
„Tarja beruhig dich! Wir sind alle schuld, dass es so weit gekommen ist. Das müssen Janna und Lauri unter sich ausmachen…“ sagte Jannas Vater und zog sie in Jannas Zimmer.

Lauri wurde schwindelig und er musste sich hinsetzen.
„Hey, was isn mit dir los?“ fragte Aki erschreckt.
„Ich…weiß…nit…mir…is…aufeinma…so komisch…..“ sagte Lauri stockend.
„Ich glaub ich bring dich erstma heim“ meinte Aki und zog Lauri hoch.
„Wenn Janna aufwacht, sagst du ihr, dass…dass ich sie…liebe?“, fragte Lauri an Jule gewandt.
„Ja…mach ich…“ schniefte Jule.
„Danke“ sagte Lauri und verschwand von Aki gestüzt.

Bei Lauri angekommen:
„Haste deinen Schlüssel dabei?“ fragte Aki als sie vor Lauris Haustür standen.
„Was?“ fragte Lauri irritiert.
„Ach nix vergiss es…“ meinte Aki und klingelte.
„Hi Aki!“ sagte Hanna strahlend, bis sie ihren Bruder in Akis Armen hängen sah. „Oh Gott, was ist passiert?!“ fragte sie aufgeregt.
„Ähm…können wir erst mal reinkommen? Der Kleine hier sieht vielleicht leicht aus, aber das is er ganz un gar nit“ ächzte Aki.
„Oh…natürlich…Sorry…komm rein un bring ihn am besten in sein Zimmer“ meinte Hanna und ging Aki aus dem Weg, damit dieser Lauri reinbugsieren konnte.
Als Lauri in seinem Bett lag, ging Aki zu Hanna ins Wohnzimmer.
„Also was ist passiert, dass mein Bruder so blass ist?“ fragte sie sofort.
„Janna wollte sich umbringen…“ fing Aki an.
„Sie wollte was?! Geht’s ihr gut?“ fragte Hanna entsetzt.
„Ja. Es geht ihr den Umständen entsprechend gut, allerdings liegt sie im Koma…“ erzählte Aki.
„Oh nein! Ist was mit dem Baby?“
„Nein, dem geht’s gut. Anscheinend hat Lauri sie früh genug gefunden.“
„Oh Scheiße! Ich glaub ich muss meine Eltern anrufen und was ist mit den Jungs?“
„Oh shit! Denen sollte ich bescheid sagen, kann ich mal kurz telefonieren?“ fragte Aki. Hanna nickte und er ging aus dem Zimmer um zu telefonieren.

In Lauris Zimmer:
Warum?! Warum bloß?! Wenn sie das nicht überlebt, bring ich mich um, dachte Lauri die ganze Zeit.
Er lauschte kurz auf, als er Akis Stimme hörte:
„Hi Eero….nein…ja…du, ich muss dir was erzählen…nein, es geht um keinen Auftritt. Warum ich so komisch klinge? Nein es ist nichts mit Jule…verdammt nochma, lass mich ausreden…Janna wollte…sich…umbringen…nein ihr geht’s den Umständen entsprechend gut, ja dem Baby auch…könntest du vielleicht Pauli bescheid sagen? Ja? Danke. Ja Tschüss.“
Lauri ließ sich wieder umfallen und schloss die Augen. So konnte er auch nicht liegen bleiben. Er schnappte sich eine Decke und setzte sich auf seinen Balkon um sich die Nordlichter anzusehn.
Das mache ich sonst immer mit Janna, dachte er niedergeschlagen. Plötzlich hatte er einen Text für die Melodie, die ihn schon seit Wochen verfolgte. Er holte seine Gitarre und fing leise an zu singen.

‘I wish you were here tonight with me to see the northern lights
I wish you were here tonight with me
I wish I could have you by my side tonight when the sky is burning
I wish I could have you by my side

'Cause I've been down and I've been crawling
Won't buck down no more

Can’t you stop the lies, falling from the skies down on me
I’m still standing
Can’t you roll the dice
I might be surprised
Conscience clear
I’m still standing here

Burns like a thousand stars
Though you are light years away
Burns like a thousand stars or more

You’re up there
You’re always with me
Smiling down on me

Can’t you stop the lies, falling from the skies down on me
I’m still standing
Can’t you roll the dice
I might be surprised
Conscience clear
I’m still standing here

It’s something sacred, something so beautiful
Something quiet to ease my mind
When the pressure’s taking ma over ‘n over

Cause I’ve been down and I’ve been crawling
Pushed around and always falling
You’re up there, you’re always with me
Smiling down on me

Can’t you stop the lies, falling from the skies down on me
I’m still standing
Can’t you roll the dice
I might be surprised
Conscience clear
I’m still standing here

Can’t you stop the lies falling from the skies? (down on me)
Still standing here
Can’t you roll the dice?
I might be surprised
Conscience clear
I’m still standing – here

„Wow…“ schniefte Hanna, Lauri guckte sich überrascht um, er hatte nicht mitgekriegt, wie sie das Zimmer betreten hatte.
Muss ich eigentlich immer gestört werden, wenn ich ein Lied für Janna schreibe?!, fragte Lauri sich sauer.
„Hast du ma nen Taschentuch?“ fragte Hanna heulend.
„Ja, da drüben…neben meinem Bett“ sagte Lauri und kam wieder ins Zimmer.
„Das Lied ist toll. Is es das, wo du schon bei mir dran gesessen hast?“ fragte Hanna nachdem sie wieder einigermaßen beruhigt war.
„Ja, als ich die Nordlichter gesehn hab, ist mir der Text sofort eingefallen. Wir haben sie uns immer zusammen angesehn…“ schniefte jetzt Lauri.
„Hey, das wird wieder Kurzer“ versuchte Hanna ihren Bruder zu trösten.
„Und was is, wenn mich ihre Eltern nie wieder zu ihr lassen? Immerhin, wäre sie ohne mich gar nicht da…“ Lauri traten Tränen in die Augen.
„Stimmt sie wäre ohne dich nit da, denn ohne dich wäre sie tot“ unterbrach Hanna ihn. Jetzt flossen die Tränen in regelrechten Sturzbächen Lauris Wangen runter.
Ah Fuck! Warum muss ich ihn in letzter Zeit eigentlich als zum heulen bringen, ärgerte sich Hanna, ehe sie ihren Bruder in den Arm nahm.
„Was ist, wenn sie nicht wieder aufwacht?“ fragte Lauri mit tränenerstickter Stimme.
„Daran darfst du nicht mal denken!“ fuhr ihn Hanna an.
„Aber…“ Lauri wurde von dem Telefon unterbrochen.
„Ich geh schon ran“ sagte Hanna und sprang auf.
„Danke.“

„Was? Ja natürlich ist er da…LAURI!“ rief Hanna aus dem Flur.
„Was ist denn?“ fragte Lauri etwas geschockt.
„Es ist Jule, Janna ist wach und möchte dich sehn.“
„Sie ist was?“ fragte Lauri entgeistert.
„Sie ist wach und möchte dich sehen“ wiederholte Hanna
„Echt? Kannst du mich zu ihr bringen?“ fragte Lauri aufgeregt.
„Ja, warte. Ja, Jule er kommt, sag es ihr. Bis gleich“ verabschiedete sich Hanna von Jule und legte auf.
„Nun komm schon, beeil dich ein bisschen!“ drängelte Lauri.
„Jetz warte noch nen Moment ich schreib nur schnell nen Zettel für Mama un Paps.“


Im Krankenhaus:
„Jetz renn nit so, sonst läufst du noch gegen ne Tür, die zu langsam aufgeht!“ rief Hanna ihrem Bruder nach.
„Ich will aber zu ihr!!!“ drängelte Lauri wieder mal, wie ein kleines Kind.
„Wenn du ne Platzwunde am Kopf hast, musst du erst genäht werden un musst noch länger warten bis du sie sehen kannst! Janna tut mir leid, wenn euer Kind geboren is, hat sie 2 Kleinkinder!“ ärgerte Hanna Lauri, damit er langsamer ging.
„Du bist gemein! Mit dir rede ich nicht mehr!“ sagte Lauri jetz mit einer Kleinkinderstimme.
„Wir sind da…(nach kritischem Blick) und du hast keine Schrammen“ sagte Hanna fies grinsend.
„Lauri!!!“ Jule, die sich wieder beruhigt hatte und ihm unendlich dankbar war, dass Janna noch lebte, fiel Lauri um den Hals.
„Womit hab ich das verdient?!“ fragte Lauri perplex.
„Dank dir lebt Janna noch.“
„Ohne mich wäre sie gar nicht erst hierher gekommen“ sagte Lauri niedergeschlagen.
„Das kannst du so nicht sagen!“
„Ach nein?! Wer hat sie geschwängert und dann sitzen lassen?! Du etwa?“ fuhr er Jule an.
„Ok nein, ich wars nit, aber wenn dann sind wir alle Schuld, weil wir es nicht haben kommen sehen“ meinte Jule bestimmt.
„Ja…hast recht…sind ihre Eltern noch drin oder ist sie allein?“ fragte Lauri jetzt, um Jule abzulenken.
„Sie ist alleine. Timo und ihre Eltern reden mit dem Arzt, ich glaub sie wollen sie einweisen lassen.“
„Sie wollen was?! Das lass ich nicht zu! Ich lasse sie nicht noch mal im Stich!“ brüllte Lauri rum.
„Hey, komm mal wieder runter, die Ärzte wollen sie einweisen, ihre Familie nich.“
„Achso, ich dacht schon, sonst hätt ich Timo womöglich die Nase gebrochen, was er bei mir ja nich hingekricht hat…ich geh jetz zu Janna“ sagte Lauri und ging ins Jannas Zimmer.

„Lauri?“ fragte Janna schwach.
„Ja, Schatz ich bins. Man was machst du nur für ne Scheiße?! Ich hatte echt Panik um dich!“ sagte Lauri ehe er ihr vorsichtig einen Kuss auf die Stirn gab und sich neben das Bett setzte.
„Es tut mir leid, ich wusste nicht, was ich hätte tun sollen“ schluchzte Janna.
„Hey, nich weinen Kleines“ versuchte Lauri sie zu beruhigen.
„Ich dachte du willst mich und das Kind nicht.“
„Am Anfang wollte ich es auch nicht, aber als ich bei Hanna war, hatte ich jede Nacht Träume von dir, dem Kind und mir. Jeden morgen wünschte ich mir, ich könnte dich sehen oder wenigstens mit dir reden, aber ich hab mich nit getraut dich anzurufen.“
„Du hättest mir ne SMS schreiben können oder einen Brief“ warf Janna ein.
„Schon, aber das war mir irgendwie zu unpersönlich…“ gab Lauri leise zu.
„Da meldest du dich lieber gar nit oder wie?!“ fuhr Janna ihn an, er zuckte zusammen.
„Es tut mir leid, aber Selbstmord? Ist auch keine Lösung. Ich meine schneidest dir die Pulsadern auf.“
„Ok, wer im Glashaus sitzt soll nit mit Steinen werfen…“ sagte Janna nach einer Weile um einzulenken. Außerdem war sie noch sehr schwach.
„Ach ich hab ein Lied geschrieben…“ fing Lauri an.
„Echt? Wann? Wie heißt es?!“ wollte Janna sofort wissen, die langsam müde wurde
„Die Melodie hatte ich im Kopf seit ich weggefahren bin, der Text ist mir erst eingefallen, als ich vorhin alleine auf meinem Balkon saß und die Nordlichter angesehn hab. Es heißt Still Standing“ erklärte Lauri ihr.
„Schön…. Wenn ich hier draußen bin, höre ich es mir einmal an! Mmh Lauri versprich mir etwas“
„was denn?“
„Lass mich nie wieder alleine“
„Hey Süße, mir tut alles so leid… ab jetzt bin ich immer für dich da…“ sagte Lauri bestimmt und nahm die noch schwache Janna in den Arm. Janna zog ihn unter die Decke und kuschelte sich an ihn. Lauri hielt sie fest bis sie eingeschlafen war. Dann schlief auch er ein. Der Arzt, der später noch einmal hereinschaute, runzelte die Stirn, beließ es aber dabei. So wachten die beide in ihrem wieder gefundenen Glück am nächsten Morgen auf.

„Argh mein Rücken… ich hasse Krankenhausbetten“ fluchte Lauri verschlafen, bevor er auf Janna blickte, die sich wieder rumgedreht hatte und weiterschlief.
„Hey aufwachen!“ sagte Lauri und küsste sie wortwörtlich wach.
„mmh… morgen.“
„Wie geht es dir? Ähh euch?“
„Och ganz gut. Schlapp aber gut.“ Antwortete Janna.
„Freut mich“ sagte Lauri beruhigt. Er machte sich aber trotzdem noch große Sorgen.
„Ach hatte ich ganz vergessen“ er zog das Päckchen unter dem Bett hervor
“Hab ich für euch gekauft!“ Janna packte es aus und sie hielt einen Teddy in der Hand
„Lauri du bist sooooo süß“ Sie fiel ihm um den Hals. Er wollte sie gerade küssen, als laute Stimmen auf den Gang näher kamen.

„MEINE Tochter kommt nicht in die Klapse!!!!“ schrie Jannas Vater bitterböse.
„Wenn sie meinen dass sie das verantworten können!!!“ schrie eine für Lauri unbekannte Stimme zurück. Janna setzte sich nervös auf.
„Süße du kommst nicht dahin. Dafür sorge ich“ sagte Lauri beruhigend und ging nach draußen
„Wir können Janna wohl kaum zwingen und außerdem bezweifel ich ernsthaft dass sie den Grund für ihren Versuch richtig einschätzen. Sie wird es nicht mehr versuchen“ sagte Lauri sehr ruhig.
„Genau“ stimmte ihm Jannas Vater zu, dem die Worte fehlten.
„Es ist ihre Entscheidung sie sind der Erziehungsberechtigte“ sagte der Arzt zu Jannas Vater.
„Ja und meine Entscheidung ist es Janna so bald wie möglich nach Hause zu nehmen“
„Ich sage ihnen Bescheid wenn es medizinisch zu verantworten ist.“ Sagte der Arzt kühl und rauschte davon.
„danke“ brachte Lauri nur noch hervor
„Bitte und jetzt hörst du mir mal zu: Wenn du noch mal so Scheiße baust brech ich dir alle Knochen okay?“
„JA hab verstanden“ murmelte Lauri verdattert
„So und jetzt gehen wir zu Janna“ sagte Jannas Vater als hätte es dieses Gespräch nie gegeben. Nach einer Woche konnte Janna endlich auf eigene Verantwortung entlassen werden und sie unternahm nie wieder einen Selbstmordversuch. Lauri blieb ab jetzt in Helsinki und passte auf sie auf.

Ende gut alles gut ;-)